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DIE AUSNAHME UND DIE REGEL
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Buch & Regie:
Gabrielle Baur
Musik:
Beat Furrer
Darsteller:
Alfred Schedl
Produktion:
ONIX in Co-Produktion
mit PARATE

MEDITATION ZUM KRIEG. «Ihr , die ihr eintretet in die Hölle der Bilder, lasset Hoffnung fahren!» Abel Gance in «Krieg und Frieden» von Paul Virillo (1986).

Kurzbeschreibung:
Der Film DIE AUSNAHME UND DIE REGEL von Gabrielle Baur geht vom gleichnamigen Drama Bertolt Brecht's aus. In einem mörderischen Wettlauf durch die Wüste bringt ein Kaufmann seinen Kuli um und wird in der darauffolgenden Gerichtsverhandlung freigesprochen. Die Verfilmung von Baur kümmert sich jedoch nicht um das Nacherzählen des Handlungsablaufs.
Den ganzen Film über reisen wir durch endlose Tunnels, an kurz aufblitzenden Reisestationen vorbei - wobei wir uns fragen könnten, ob denn das, was wir als Ausnahme sehen, nicht die Regel ist und umgekehrt - bis wir auf der sich kontinuierlich beschleunigenden Fahrt dort, wo kein Ende mehr abzusehen ist, einem fahrenden Menschen begegnen. Mit einer Überblendung ändert sich die Perspektive von der Subjektiven in die Objektive - wir fahren nicht mehr in den Tunnel hinein, sondern ein Mann fährt uns entgegen. Das Bild des Mannes ist verfremdet, er starrt vor sich hin. Die lange Tunnelfahrt schrumpft zum Gedankenblitz dieses Mannes, dessen Gesicht kaum Regung zeigt. Nach einigen Minuten verändert er unvermittelt die starre Blickrichtung, schaut sekundenschnell Richtung Publikum und fällt sofort wieder in seine gewohnte Haltung zurück - offen bleibt, was er nach der Blickveränderung sieht, was danach zu sehen wäre; ob derselbe Film von vorne beginnen würde. Denn die Leinwand blendet hier ein weiteres Mal in Weiss aus, wird nackt, zeigt sich in ihrem Rohzustand. Das gleissende Rechteck als Leerraum, als Transitpunkt, als Maske des Films.
DIE AUSNAHME UND DIE REGEL ist ein Schritt Richtung abstrakte Erzählweise, in welcher sowohl das dramaturgische Gerüst wie die Filmsprache auf wesentliche Grundelemente reduziert sind. Die Dramaturgie des Erzählten wird durch präzis eingesetzte, subtile Veränderungen in der Bildästhetik reflektiert. Zusammen mit Beat Furrer's Musik gibt sie Raum für den Fluss der eigenen Assoziationen.

Kataloginformation:

Buch & Regie Gabrielle Baur
Musik Beat Furrer
Darsteller Alfred Schedl
Kamera & Licht Fabian Eder, Hans X.Hagen, Wolfgang Thaler, Gabrielle Baur
Ton Peter Böhm
Schnitt Gabrielle Baur
Mitarbeit Kurt Maeder
Produktion
ONIX, in Co-Produktion mit PARATE
Weltrechte ONIX, Hardstrasse 219, CH-8005 Zürich
Fertigstellung 1988/92 (Originalversion 1988, am Theater Gruppe 80 /Wien)
Uraufführung Im Rahmen der Kunstaustellung "Zeitreisen" 1993
Länge 28min.
Anzahl Filmspulen 1
Format 16mm / 1:1.37, Farbe, Magnetton

Bestellung:
Verleih und Verkauf auf Anfrage.
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